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LZ 29.06.2005

Mit Kescher und Pinzette auf Fang

So macht der Unterricht Spaß: Im Rahmen der Projektwoche untersuchten Realschüler - im Bild mit den beiden Lehrern Wolfgang Somsen (Mitte) und Thomas Hollmann (rechts) - die Werre.

Realschüler untersuchten Wasserqualität der Werre

Lage (mib). Die Gummistiefel mussten die Realschüler selbst mitbringen, alle anderen Arbeitsmittel wie Kescher, Plastikeimer und Pinzetten wurden für die Projektarbeit unter freiem Himmel gestellt. Bestens ausgerüstet nahmen in diesem Jahr 35 Schüler der siebten, achten und neunten Klassen der Freiligrath-Realschule an der Gewässeruntersuchung der Werre teil.

Unter Schatten spendenden Bäumen mit (gummibestiefelten) Füßen durch den Fluss waten - so macht Unterricht auch bei Schweiß treibender Hitze Spaß. Mit der jetzt im vierten Jahr laufenden Untersuchung soll nicht nur die Wasserqualität geprüft und dokumentiert werden, die Ergebnisse sollen auch Aufschluss darüber geben, ob Lachse eine Überlebenschance in der Werre haben. Hätten sie schon. „Das eigentliche Problem sind die Staustufen", berichtete Biologie-Lehrer Wolfgang Somsen, der die Schüler mit seinen Kollegen Thomas Hollmann und Stefan Nerstheimer betreut hat. An mehreren Probestellen nahmen sich die Kinder verschiedene Aufgaben vor: Anhand eines Kriterienkataloges ordneten sie die Gewässerstruktur ein. Die Beurteilung reichte von „natürlich" über „naturnah" und „wenig naturnah" bis „naturfern".

Im zweiten Schritt bestimmten sie anhand der aus dem kühlen Nass gefischten Tierchen („Zeigerorganismen") die Wasserqualität. Dazu untersuchten sie die chemische Zusammensetzung, wobei zum Beispiel Sauerstoff-, Phosphat- oder Nitratgehalt gemessen und verschiedenen Güteklassen zugeordnet wurden.

Kleine Groppe bestaunt

„Wir haben eine Kaulquappe gefangen!", vermeldeten drei Jungs gestern stolz einen Fund. Nach einem kurzen Blick in den Plastikbehälter korrigierte Wolfgang Somsen: „Das ist keine Kaulquappe, sondern eine Groppe. Sie steht für die Güteklasse I." Also ein guter Fund.

Sogar das ansehnliche Exemplar eines Neunauges hatten die Schüler im Kescher.

Die Untersuchungsergebnisse bekommen Werre-Wasserverband, Bezirksregierung und städtisches Umweltamt. Die Schüler können die alten mit den neuen Daten vergleichen, wobei sie berücksichtigen müssen, dass die Untersuchungen in 2003 und 2004 im Herbst und nicht im Sommer stattfanden. „Über mehrere Jahre lässt sich aber ein Trend erkennen", erklärte Bio-Lehrer Hollmann.
Am kommenden Freitag (14 bis 17 Uhr) stellt die Realschule die Arbeiten der diesmal unter dem Thema „Jugend und Gesundheit" stehenden Projektwoche vor. Die Ergebnisse der Gewässeruntersuchung werden die Schüler auf einem Poster zusammenfassen und die einzelnen Arbeitsschritte mit einer Power-Point-Präsentation darstellen. Um 17 Uhr schließt sich das Ehemaligen-Fest an.
Weitere Informationen zu der Feier finden Interessierte unter www.realschule-lage.de

Lippische Landeszeitung, 29.06.2005