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2012-01-09 LZ

Realschüler lassen Roboter Müll sammeln

Jugendliche proben Zusammenbau und Programmierung von Maschinen

Applaus für „Wall-E“: Willi Hass und Chariklia Vasilaras steuern ihren Roboter, indem sie in die Hände klatschen. Das Steuerprogramm wird auf dem Laptop erstellt. Foto: ASBROCK

Lage. Die Aufgabe scheint einfach: „Wall-E“ soll stehenbleiben, wenn man in die Hände klatscht, und weiterfahren, wenn man erneut klatscht. Nur: Wie sag ich’s meinem Roboter? Diese Frage und andere Problemstellungen hatten Realschüler jetzt im Rahmen eines Roboterbau- und -programmierkurses zu lösen.
Los geht’s mit dem Grundsätzlichen: dem Konfigurieren und Zusammenbauen des Roboters entsprechend der zu lösenden Aufgaben. „Wir arbeiten hierzu mit dem Mindstorm-System von Lego“, erläutert Physiklehrer Stefan Nerstheimer. Das beinhaltet eine Vielzahl von Bauteilen, Motoren, Aktoren und Sensoren, die nach Bedarf zusammengestellt werden. „Die Roboter können auf Schall, Ultraschall, Licht und Berührung reagieren“, so Nerstheimer. Das versetze einen Roboter durch Programmierung in die Lage, ein Hindernis auf dem Weg per Ultraschall-Abstandsmessung zu erkennen und zu umfahren.
Eine scheinbar einfache Aufgabe für die Schüler ist, den Roboter auf einer schwarzen Linie im Kreis fahren zu lassen. Dazu muss der Roboter so programmiert werden, dass er unablässig prüft , ob er vom Weg abgewichen ist, und seinen Kurs korrigieren. „Man stellt das Programm aus Modulen zusammen und speichert es im Roboter. Dann sieht man, ob es funktioniert, oder wo man nachbessern muss.“ Die Kür des Kurses: Der Roboter soll Müll vom Tisch räumen, ohne herunterzufallen.
16 Schülerinnen und Schüler der neunten und zehnten Klassen hatten sich für das Projekt Roboterbau gemeldet. Es ist ein freiwilliges Angebot zur Berufswahlorientierung, das zusammen mit dem Zdi-Zentrum „Lippe.MINT“ durchgeführt wurde. „Soft ware und Technik, die wir hier benutzen, entsprechen dem, was in der Industrie im großen Maßstab eingesetzt wird“, erklärt Thomas Mahlmann, bei Lippe-Bildung zuständig für den Bereich MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik).
Der Roboterkursus soll den Schülerinnen und Schülern Aufschluss darüber geben, ob sie eine Begabung für das Programmieren haben und ihre berufliche Entwicklung in diese Richtung führen kann. Das Zdi bietet auch in anderen Bereichen Kurse an, die für die Schulen kostenlos sind. (as)
www.lippe-mint.de

LZ, 09.01.2012