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2011-01-19 LZ

Sauberes Wasser lässt Jugendliche strahlen

Realschüler stellen Untersuchungen der Gewässerqualität der Werre vor

Haben ein halbes Jahr Werre-Wasser untersucht: Dana Beul, Claudia Brokmann, Marina Tschritter und Lisa Puschmann (von links). Gestern präsentierten sie Steffen Veenaas die Ergebnisse im Beisein von Wolfgang Somsen (rechts). FOTO: BECKER

Von Wolfgang Becker
Neuntklässler der Freiligrath-Realschule leisten seit Jahren wertvolle Arbeit. Sie untersuchen regelmäßig die Wasserqualität der Werre. Der Werre- Wasserverband (WWV) unterstützt dieses Projekt.
Lage.
Sichtlich beeindruckt von den Leistungen der jungen Leute zeigte sich gestern Steffen Veenaas, neuer Geschäftsführer des Werre-Wasserverbandes und Nachfolger von Joachim Gesch, der in den Ruhestand trat. „Das Engagement der Schüler ist schon einmalig. Der wissenschaftliche Wert der Ergebnisse der Untersuchungen rangiert auf einem relativ hohen Niveau“, lobte der Gast aus Minden. Der Diplom-Ingenieur wohnte auf Einladung von Biologielehrer und Initiator des Projekts, Wolfgang Somsen, dem Unterricht in der neunten Klasse bei.
Dabei ließ er sich von den Jugendlichen die Resultate der jüngsten Analysen erläutern. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Gewässergüte der Werre in dem Bereich rund um das Schulzentrum mit einer glatten Zwei zu bewerten ist. Der Sauerstoffgehalt erfüllt sogar die Güteklasse I. Doch der Lachs kann trotzdem nicht heimisch werden, weil es im Verlauf der Werre zu viele bauliche Hindernisse gibt und die Wasserqualität des Flusses gesamt gesehen noch immer zu wünschen übrig lässt.
Seit 2003 untersuchen Wolfgang Somsen und seine Schüler regelmäßig das Werrewasser an verschiedenen Messstellen. Der Nitratgehalt ist in diesem Zeitraum deutlich gesunken, Sorgen bereitet allerdings immer noch die Belastung mit Nitrit und Phosphat. Steffen Veenaas hält es für wichtig,dass die Schüler mit 14, 15 Jahren an die Thematik „Wasser“ herangeführt werden. „Viele leben in der Stadt, nehmen aber das Gewässer nicht mehr bewusst wahr. Dabei ist ein Fluss wie die Werre ein Teil unserer Kultur, eine Lebensader, die von den Menschen beeinflusst wird“, sagte der Fachmann. Die Jugendlichen würden den Fluss künftig mit anderen Augen sehen.
Er begrüßte es, dass die Freiligrathschule mit dem Werre- Wasserverband im vergangenen Jahr eine Kooperation eingegangen ist. Bio-Lehrer Somsen hat beim Nachbarschaftstreffen, an dem auch Vertreter der Politik aus Lippe, den Kreisen Minden-Lübbecke und Herford sowie Bielefeld teilnehmen, einen Vortrag über das Projekt gehalten. Dabei wurde der Wunsch laut, dass sich andere Kommunen an dem Einsatz der Lagenser Schüler ein Beispiel nehmen.

Eine Lebensader lippischen Ursprungs

71,9 Kilometer lang: Die Werre fließt ausschließlich in Ostwestfalen-Lippe. Gemessen an ihrer Länge und Wasserführung ist sie nach der Diemel der zweitgrößte Zufluss der Oberweser. Der Fluss entspringt bei Horn-Bad Meinberg und entwässert große Teile der Ravensberger Mulde zwischen Wiehengebirge und Teutoburger Wald. Bei Bad Oeynhausen mündet sie am Großen Weserbogen in die Weser. Der Werre-Wasserverband hat die Aufgabe, innerhalb seines Verbandsgebietes überörtlich wirksame Hochwasserschutzmaßnahmen zu gewährleisten. Dies erfolgt durch die Errichtung von Hochwasserrückhaltebecken und durch Maßnahmen zum Erhalt, zur Wiederherstellung und zur Entwicklung von Retentionsräumen. Außerdem obliegt dem Verband die Gewässerunterhaltung. (be)

LZ, 19.01.2011