LZ 17.12.2006
Mit hilfsbereiten Trainern den Ernstfall simuliert
49 Schüler beim Aktionstag "Fit für die Bewerbung"
Lage – Hagen (mib). Schülern den Einstieg in die Berufswelt zu erleichtern, ihnen praktische Hilfestellung für eine individuell zugeschnittene Berufswahl und eine möglichst erfolgsversprechende Bewerbung zu geben – das waren die Ziele des Aktionstages „Fit für die Bewerbung“, den der Verein „…an die Arbeit“ mit der Fachgruppe Schule der Industriemuseum Ziegelei Lage organisiert hat.
Der Goinger Kreis, die Universität Lündeburg, das Netzwerk Lippe sowie die Agentur für Arbeit in Detmold wirkten als weitere Kooperationspartner bei diesem Pilotprojekt auf lippischem Boden mit.
49 Mädchen und Jungen der Hauptschulen Maßbruch und Werreanger sowie der Realschule und der Albert –Schweitzer – Schule nutzten die Gelegenheit, sich auf die Bewerbung um eine Lehrstelle vorzubereiten. In fünf Traingsmodulen ging es um die Erstellung von Stärken – und Schwächenprofilen, die Recherche nach Ausbildungsmöglichkeiten, ums richtige Telefonieren, die passende Bekleidung bei Vorstellungsgesprächen sowie die Vor- und Nachbereitung der Bewerbung. Parallel dazu führten rund 15 Ausbilder aus klein- und mittelständischen Betrieben und der Lagenser Stadtverwaltung simulierte Bewerbungsgespräche mit den Schülern. Angehende Wirtschaftspsychologen der Universität Lüneburg nahmen daran teil, werteten die Ergebnisse aus und gaben den Schülern mit den Firmenvertretern Tipps und Verbesserungsvorschläge an die Hand.
"Hätte sagen sollen, dass ich erkältet bin“ Jonas Breuer
„Oft sind schon Kleinigkeiten bei einer Bewerbung von großer Bedeutung“, erklärte Prof. Dr. Jügen Deller, und Realschüler Jonas Breuer (14) konnte diese Behauptung sogleich praxisfrisch bestätigen: „Ich hätte sagen sollen, dass ich erkältet bin und deshalb so leise rede“, hatte er just im Simulationsgespräch gelernt. „Andernfalls könnte man mich für allzu schüchtern halten.“ Wie Jonas, der bereits einen konkreten Berufswunsch hegt – er möchte Versicherungs – Kaufmann werden – bewertete auch Amadeus Dietzel den Aktionstag nach kurzer Zeit positiv: „ Das Bewerbungsgespräch hat mir viel gebracht. Anfangs war ich sehr aufgeregt, weil ich auch zu meinem Werdegang und familiären Umfeld befragt wurde und nicht wusste, was ich antworten sollte. Doch dann sollten ich von meinem Hobby erzählen – das machte mich ein bisschen lockererer“, berichtete der 17 – jährige Hauptschüler. Dem nächsten Bewerbungsgespräch blickt er gelassener entgegen, „weil ich jetzt weiß, was auf mich zukommt und mich besser vorbereiten kann.“ Auch die anderen jugendlichen Teilnehmer des Aktionstages kehrten mit einem erweiterten Wissens – und Erfahrungsschatz heim.
Dank der zahlreichen Infos zur Berufsorientierung und Bewerbung, der professionellen Beratung, konkreten Hilfe bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz und den praktischen Übungen mit Korrekturanleitungen fühlen sie sich vielleicht noch nicht 100 – prozentig fit, auf jeden Fall aber fitter für die Bewerbung. Und sollte eine Frage auftauchen, können die Schüler in ihre Info – Mappe schauen, die sie mit nach Hause bekamen. Darin sind sämtliche Trainingsinhalte der Veranstaltung fein säuberlich zusammengestellt.
Lippische Landeszeitung, 17.11.2006

